9. MaRisk-Novelle: Echter Bürokratieabbau oder nur kosmetische Korrektur? | ALLES LEGAL #132

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Weniger Seiten, mehr Spielraum – aber auch weniger Klarheit? In dieser Folge von Alles Legal erfahren Sie, was die 9. MaRisk-Novelle wirklich für Banken bedeutet – jetzt reinhören!

Die 9. MaRisk-Novelle im Fokus

In der aktuellen Folge von Alles Legal – Fintech-Recht kompakt spricht Dana Wondra von Payment & Banking mit Jörg Streißle, Partner bei Annerton, über die geplanten Änderungen durch die 9. MaRisk-Novelle. Im Zentrum steht die Frage: Bedeutet weniger Regulierung auch tatsächlich weniger Aufwand für Banken?

Proportionalität als Leitprinzip

Ein zentrales Element der Novelle ist die stärkere Ausrichtung an der Proportionalität. Künftig sollen regulatorische Anforderungen noch stärker von Größe, Komplexität und Risikoprofil eines Instituts abhängen.

Die BaFin sieht hierzu eine klare Kategorisierung vor:

  • Significant Institutions (SI) unter direkter EZB-Aufsicht
  • Übrige Institute (LSI), weniger bedeutende Institute
  • Kleine Institute
  • Sehr kleine Institute mit einer Bilanzsumme von bis zu 1 Mrd. Euro

Gerade kleinere Häuser profitieren von spürbaren Erleichterungen. So können etwa Funktionen gebündelt und organisatorische Anforderungen flexibler ausgestaltet werden.

Mehr Freiraum – mehr Verantwortung

Mit der Reduktion des Regelwerks von 122 auf 82 Seiten verfolgt die Aufsicht das Ziel, Komplexität abzubauen. Doch dieser „Schlankheitskurs“ hat eine Kehrseite: Institute müssen ihre Freiräume aktiv nutzen und eigenständig begründen.

Das bedeutet:

  • Weniger Detailvorgaben
  • Mehr individuelle Ausgestaltung
  • Höhere Anforderungen an Dokumentation und Begründung

Risikomanagement wird damit stärker zur unternehmerischen Kernaufgabe – weg vom reinen Abarbeiten regulatorischer Checklisten.

Auswirkungen auf große Institute

Auch größere Institute bleiben nicht unberührt. Zwar profitieren sie weniger stark von den Erleichterungen, erhalten jedoch punktuell mehr Flexibilität, etwa bei der Bewertung und Steuerung einzelner Risiken.

Fazit: Wandel statt Abbau

Die 9. MaRisk-Novelle steht weniger für einen echten Abbau von Regulierung als vielmehr für einen Paradigmenwechsel. Institute gewinnen an Freiheit, müssen dafür aber stärker Verantwortung übernehmen.

Wer die neuen Spielräume nutzen will, muss zunächst investieren – insbesondere in Analyse, Struktur und saubere Dokumentation. Langfristig kann genau darin jedoch ein echter Effizienzgewinn liegen.

Über diesen Podcast

Alles Legal – Fintech-Recht kompakt liefert jede Woche spannende Insights zum Thema Recht und Compliance im Banking.
Der Podcast ist eine Kooperation zwischen Payment & Banking und PayTechLaw. Wir erklären Ihnen die rechtlichen Entwicklungen der Finanzwelt kompakt, verständlich und jeden Mittwoch neu. Seit 2021 geben die PayTechLaw-Autor:innen und Annerton-Rechtsanwälte dem Podcast die nötige Tiefe, ohne dabei im Juristen-Kauderwelsch zu versinken. Egal ob PSD3DORA oder FiDA: Wir liefern Ihnen den Kontext, den Sie brauchen. In 20 Minuten. Ohne Umwege.



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