CCD2-Umsetzung fix: Die neuen Spielregeln für die Kreditbranche | ALLES LEGAL #133

Die Umsetzung der CCD2 ist beschlossen – was bedeutet das konkret für Kreditkarten, BNPL und Scoring? Jetzt reinhören und die wichtigsten Änderungen verstehen.

Podcast: https://paymentandbanking.podigee.io/822-alles-legal-133-ccd2-umsetzung-fix-die-neuen-spielregeln-fur-die-kreditbranche/

Das Warten hat ein Ende: Der Bundestag hat am Freitag das Gesetz zur Umsetzung der EU-Verbraucherkreditrichtlinie (CCD2) endlich verabschiedet – und das mit einigen überraschenden Wendungen. In dieser Folge von „Alles Legal“ spricht Dana Wondra mit Dr. Florian Lörsch darüber, welche Änderungen es im finalen Gesetz im Vergleich zum Regierungsentwurf gibt und was Unternehmen jetzt konkret tun müssen.

Finale Umsetzung der CCD2: Was jetzt gilt

In der aktuellen Folge von „Alles Legal“ diskutiert Dana Wondra von Payment & Banking mit Dr. Florian Lörsch, Partner bei Annerton, die finale Umsetzung der EU-Verbraucherkreditrichtlinie in Deutschland.

Nach einiger Verzögerung wurde das Gesetz am Freitag, 17. April 2026 im Bundestag verabschiedet. Unternehmen haben jetzt bis zum 20. November 2026 Zeit, die neuen Anforderungen vollständig umzusetzen. Damit ist klar: Die Übergangsphase ist vorbei – jetzt zählt die praktische Implementierung der Vorgaben in IT-Systemen und Prozessen.

Klarheit bei Kreditkarten

Ein zentrales Thema ist die regulatorische Einordnung von Chargekarten. Hier schafft das Gesetz endlich Rechtssicherheit: Kreditkarten mit monatlicher Abrechnung fallen nicht unter das strenge Verbraucherkreditrecht, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Dazu gehören:

  • Ausgabe durch ein Kredit- oder Zahlungsinstitut
  • Zahlungsziel von maximal 40 Tagen
  • Keine oder nur minimale Verzinsung

Diese Klarstellung dürfte für viele Anbieter eine erhebliche Erleichterung bedeuten.

BNPL: Deutliche Entschärfung gegenüber dem Entwurf

Besonders spannend ist der Kurswechsel beim Rechnungskauf („Buy Now, Pay Later“, BNPL). Während im ursprünglichen Regierungsentwurf bereits die Abtretung einer Forderung an Dritte (z.B. Klarna oder PayPal) ausgereicht hätte, um eine Regulierung auszulösen, wurde dies im finalen Gesetz deutlich eingeschränkt.

Nun gilt: Die Regulierung greift nur, wenn der Drittanbieter das gesamte Schuldverhältnis übernimmt – was in der Praxis selten vorkommt.

Die Folge:

  • Viele BNPL-Modelle bleiben weiterhin privilegiert
  • Zahlungsziele bis zu 14 Tagen (Großunternehmen)
  • und bis zu 50 Tagen (KMU)
    bleiben außerhalb des Anwendungsbereichs der CCD2

Neuer § 37a BDSG: Scoring im Fokus

Eine echte Neuerung ist der neue § 37a BDSG, der den Umgang mit Scoring-Daten neu regelt. Diese Änderung geht nicht direkt auf die CCD2 zurück, sondern ist eine Reaktion auf aktuelle Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofs. Unternehmen müssen hier insbesondere ihre datenschutzrechtlichen Prozesse überprüfen und gegebenenfalls anpassen.

Dispokredite: Mehr Prüfpflichten für Banken

Auch beim Dispositionskredit gibt es eine wichtige Klarstellung. Künftig haben Verbraucher das Recht, einen gekündigten Dispo in zwölf Monatsraten zurückzuzahlen. Daraus ergibt sich eine neue Anforderung für Banken: Bereits bei der Einräumung müssen sie prüfen, ob Kundinnen und Kunden diese Rückzahlung aus ihren freien Mitteln leisten könnten.

Das bedeutet in der Praxis: Die reine Einkommensprüfung reicht nicht mehr aus – auch die Ausgabenseite muss systematisch berücksichtigt werden.

Fazit: Jetzt wird umgesetzt

Die finale CCD2-Umsetzung bringt in einigen Bereichen mehr Klarheit – in anderen aber auch neue Herausforderungen. Klar ist: Unternehmen können nicht länger auf Fristverlängerungen hoffen. Die Anpassung von IT- und Customer-Journeys ist komplex und die verbleibende Zeit bis November 2026 knapp bemessen.

Über diesen Podcast

Alles Legal – Fintech-Recht kompakt liefert jede Woche spannende Insights zum Thema Recht und Compliance im Banking.
Der Podcast ist eine Kooperation zwischen Payment & Banking und PayTechLaw. Wir erklären Ihnen die rechtlichen Entwicklungen der Finanzwelt kompakt, verständlich und jeden Mittwoch neu. Seit 2021 geben die PayTechLaw-Autor:innen und Annerton-Rechtsanwälte dem Podcast die nötige Tiefe, ohne dabei im Juristen-Kauderwelsch zu versinken. Egal ob PSD3DORA oder FiDA: Wir liefern Ihnen den Kontext, den Sie brauchen. In 20 Minuten. Ohne Umwege.



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