MiCAR erklärt: Was die neue Krypto-Regulierung für Unternehmen verändert | ALLES LEGAL #137

🎧 Mit MiCAR schafft die EU erstmals einen einheitlichen Rechtsrahmen für Kryptowerte in Europa. Was das konkret für Kryptobörsen, Verwahrer, Stablecoin-Anbieter und andere Kryptodienstleister bedeutet, erklärt Kemal Ahmedi von Annerton im Gespräch mit Dana Wondra von Payment & Banking.  – Jetzt reinhören!

Podcast: https://paymentandbanking.podigee.io/837-alles-legal-137-micar-erklart-was-die-neue-krypto-regulierung-fur-unternehmen-verandert/

MiCAR bringt neue Regeln für den europäischen Kryptomarkt

In der neuen Folge von „Alles Legal – Fintech-Recht kompakt“ spricht Dana Wondra mit Kemal Ahmedi, Rechtsanwalt und Partner bei Annerton, über die Markets in Crypto Assets Regulation (MiCAR) und die Auswirkungen der neuen europäischen Krypto-Regulierung auf Unternehmen im Europäischen Wirtschaftsraum.

MiCAR markiert einen Wendepunkt für den Kryptomarkt: Der regulatorische Übergangszeitraum endet und ab dem 1. Juli 2026 dürfen Kryptowerte-Dienstleistungen im EWR grundsätzlich nur noch mit einer vollständigen MiCAR-Zulassung erbracht werden.

Welche Kryptowerte erfasst MiCAR?

Die europäische Verordnung unterscheidet zwischen verschiedenen Arten von Kryptowerten. Dazu zählen insbesondere:

  • Asset-Referenced Token (ART)
  • E-Geld-Token (EMT)
  • sonstige Kryptowerte wie Bitcoin

Vor allem Stablecoins stehen dabei regulatorisch im Fokus. Die Folge erklärt, warum der europäische Gesetzgeber gerade bei Stablecoins strengere Anforderungen vorsieht und welche Risiken dadurch adressiert werden sollen.

Wer benötigt künftig eine MiCAR-Lizenz?

MiCAR betrifft insbesondere Unternehmen, die Kryptowerte-Dienstleistungen anbieten. Dazu gehören unter anderem:

  • Kryptobörsen
  • Verwahrer von Kryptowerten
  • Anbieter von Handels- und Tauschdienstleistungen
  • Plattformen für Kryptowerte

Kemal Ahmedi erläutert, welche regulatorischen Anforderungen künftig erfüllt werden müssen und warum Governance, Compliance, IT-Sicherheit und Risikomanagement deutlich wichtiger werden.

Der EU-Passport als Wettbewerbsvorteil

Ein zentraler Bestandteil von MiCAR ist der sogenannte EU-Passport. Unternehmen mit einer MiCAR-Lizenz können ihre Dienstleistungen künftig europaweit anbieten, ohne in jedem Mitgliedstaat eine eigene Zulassung beantragen zu müssen.

Gerade für international tätige Plattformen und skalierbare Geschäftsmodelle eröffnet das neue Möglichkeiten innerhalb des europäischen Binnenmarkts.

Stablecoins und strengere Anforderungen

Die Folge beleuchtet außerdem die besonderen Anforderungen an E-Geld-Token und Asset-Referenced Token. Hier sieht MiCAR unter anderem strengere Vorgaben vor bei:

  • Eigenmitteln
  • Reservevermögen
  • Liquidität
  • Rücktauschrechten für Nutzer:innen

Damit sollen Risiken für Verbraucher:innen und die Stabilität des Finanzmarktes reduziert werden.

Verbraucherschutz und Marktintegrität

MiCAR enthält zudem umfassende Vorgaben zum Verbraucherschutz und zur Marktaufsicht. Anbieter müssen künftig unter anderem:

  • Risiken transparent offenlegen
  • Interessenkonflikte sichtbar machen
  • Insiderhandel verhindern
  • Marktmanipulation unterbinden

Die Episode zeigt damit deutlich, wie stark sich der europäische Kryptomarkt professionalisiert und reguliert wird.

Weniger Wild West, mehr Regulierung

MiCAR bedeutet einen grundlegenden Wandel für die Kryptobranche in Europa. Die Regulierung schafft neue Anforderungen für Unternehmen, bringt aber gleichzeitig mehr Rechtssicherheit und bessere Voraussetzungen für grenzüberschreitende Geschäftsmodelle.

Über diesen Podcast

Alles Legal – Fintech-Recht kompakt liefert jede Woche spannende Insights zum Thema Recht und Compliance im Banking.
Der Podcast ist eine Kooperation zwischen Payment & Banking und PayTechLaw. Wir erklären Ihnen die rechtlichen Entwicklungen der Finanzwelt kompakt, verständlich und jeden Mittwoch neu. Seit 2021 geben die PayTechLaw-Autor:innen und Annerton-Rechtsanwälte dem Podcast die nötige Tiefe, ohne dabei im Juristen-Kauderwelsch zu versinken. Egal ob PSD3, DORA oder FiDA: Wir liefern Ihnen den Kontext, den Sie brauchen. In 20 Minuten. Ohne Umwege.



Indem Sie fortfahren, akzeptieren Sie unsere Datenschutzerklärung.
You May Also Like
Wie könnte die nächste Fassung von MiCA aussehen? 1
Weiterlesen

Wie könnte die nächste Fassung von MiCA aussehen?

In ihrer Stellungnahme zum Konsultationspapier der Europäischen Kommission zur Überprüfung von MiCA plädiert die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) für ein präziseres Regelwerk: klarere Klassifizierungen von Token, strengere Schutzmaßnahmen für internationale Stablecoins und mögliche Vorschriften für die Kreditvergabe im Kryptobereich.
Weiterlesen
Agentic Payments: Wann braucht der KI-Anbieter eine Lizenz? | ALLES LEGAL #146 2
Weiterlesen

Agentic Payments: Wann braucht der KI-Anbieter eine Lizenz? | ALLES LEGAL #146

Ein KI-Agent sucht einen geeigneten Flug, nimmt die Buchung vor und bezahlt direkt. Für Nutzer kann das wie ein einziger, nahtloser Prozess wirken. Rechtlich können sich dahinter jedoch verschiedene Dienstleistungen und Rollen verbergen – und für den Anbieter des Agenten kann entscheidend sein, wie stark die eigene Technologie in den Zahlungsvorgang eingebunden ist.
Weiterlesen