🎧 Das BRUBEG soll Bürokratie abbauen – bringt für viele Banken aber zunächst vor allem neue Anforderungen, Prozesse und Prüfpflichten mit sich. Was hinter dem Gesetz steckt und welche Auswirkungen die Umsetzung von CRD VI und Basel III auf Institute hat, erfahren Sie in dieser Folge. Renate Prinz von Annerton erläutert im Gespräch mit Dana Wondra, welche regulatorischen Veränderungen das Bankenrichtlinien-Umsetzung- und Bürokratieentlastungsgesetz (BRUBEG) mit sich bringt und warum viele Institute die Tragweite der neuen Vorgaben bislang unterschätzen. – Jetzt reinhören!
BRUBEG: Mehr als nur Bürokratieabbau
Mit dem Bankenrichtlinien-Umsetzung- und Bürokratieentlastungsgesetz (BRUBEG) setzt Deutschland wesentliche Vorgaben der europäischen Bankenreform CRD VI um. Damit bildet das Gesetz einen zentralen Baustein der finalen Basel-III-Umsetzung in Europa.
Einheitlichere Regeln für Banken in Europa
Ein wesentliches Ziel des europäischen Bankenpakets besteht darin, die Vergleichbarkeit von Risikomodellen und Kapitalanforderungen innerhalb der EU zu erhöhen. Bisher nutzen viele Institute unterschiedliche interne Modelle zur Risikobewertung. Durch die neuen Vorgaben sollen diese Ansätze stärker harmonisiert werden, um Risiken europaweit einheitlicher zu bewerten.
Für Banken bedeutet dies häufig Anpassungen bestehender Prozesse sowie zusätzlichen Umsetzungsaufwand.
ESG-Anforderungen werden deutlich ausgeweitet
Ein weiterer Schwerpunkt der Reform liegt auf Nachhaltigkeitsrisiken. Banken müssen ESG-Risiken künftig wesentlich stärker in ihre Risikosteuerung und Geschäftsprozesse integrieren.
Die praktische Herausforderung: Vielen Instituten fehlen bislang belastbare Daten, insbesondere im Mittelstandssegment. Gleichzeitig steigen die Erwartungen der Aufsicht an die Berücksichtigung von Umwelt-, Sozial- und Governance-Risiken kontinuierlich.
Neue Anforderungen für Governance und Führungskräfte
Auch die Anforderungen an die Unternehmensführung werden ausgeweitet. Die neuen Regelungen betreffen unter anderem Governance-Strukturen, interne Kontrollsysteme sowie die sogenannten Fit-and-Proper-Anforderungen.
Nicht nur Geschäftsleiter, sondern auch weitere Schlüsselfunktionen innerhalb von Banken geraten stärker in den Fokus der Aufsicht. Institute müssen daher prüfen, ob ihre bestehenden Organisations- und Kontrollstrukturen den neuen Anforderungen entsprechen.
Drittstaatenbanken besonders betroffen
Besonders relevant sind die neuen Regelungen für internationale Banken und Institute aus Drittstaaten. Diese müssen analysieren, ob ihre bisherigen Geschäftsmodelle innerhalb der Europäischen Union weiterhin zulässig sind oder künftig zusätzliche Genehmigungen und Strukturen erforderlich werden.
Dadurch entstehen für viele Marktteilnehmer erhebliche strategische und operative Fragestellungen.
Fazit
Das BRUBEG ist weit mehr als ein Bürokratieentlastungsgesetz. Hinter dem Namen verbirgt sich ein umfangreiches Reformpaket, das zahlreiche Bereiche der Bankenregulierung neu ordnet. Institute sollten sich frühzeitig mit den neuen Anforderungen auseinandersetzen, um die notwendigen Anpassungen rechtzeitig umzusetzen.
Über diesen Podcast
Alles Legal – Fintech-Recht kompakt liefert jede Woche spannende Insights zum Thema Recht und Compliance im Banking.
Der Podcast ist eine Kooperation zwischen Payment & Banking und PayTechLaw. Wir erklären Ihnen die rechtlichen Entwicklungen der Finanzwelt kompakt, verständlich und jeden Mittwoch neu. Seit 2021 geben die PayTechLaw-Autor:innen und Annerton-Rechtsanwälte dem Podcast die nötige Tiefe, ohne dabei im Juristen-Kauderwelsch zu versinken. Egal ob PSD3, DORA oder FiDA: Wir liefern Ihnen den Kontext, den Sie brauchen. In 20 Minuten. Ohne Umwege.
