Nach wochenlangen Verhandlungen haben sich die EU-Mitgliedstaaten am 23. Oktober 2025 auf das 19. Sanktionspaket gegen Russland geeinigt. Damit wird ein weiterer Schritt zur Verschärfung der wirtschaftlichen Maßnahmen gegen Moskau vollzogen. Die Einigung galt bis zuletzt als unsicher, da insbesondere die Slowakei und zeitweise auch Österreich Vorbehalte geäußert hatten. Österreich hatte seine Bedenken zurückgezogen, während der slowakische Ministerpräsident Robert Fico sein Veto erst nach Gesprächen im Europäischen Rat aufgab.
Wie bereits im Blogbeitrag zum 19. Sanktionspaket beschrieben, umfasst das Maßnahmenpaket neue Beschränkungen im Energie- und Finanzsektor sowie Exportverbote für Güter und Dienstleistungen, die in der russischen Rüstungsindustrie oder anderen strategischen Industriezweigen eingesetzt werden können. Auch der Kampf gegen die Nutzung von Kryptowährungen und die Ausweitung der Sanktionen auf die Schattenflotte russischer Öltanker sind zentrale Bestandteile.
Bereich Finanzen
Konkret wurden nun fünf russische Banken benannt, gegen die Transaktionsverbote verhängt werden sollen. Zudem werden die russischen Zahlungssysteme Mir und SBP sowie SPFS-Nutzer in Belarus und Kasachstan auf die Sanktionsliste gesetzt. Damit zielt die EU verstärkt auf alternative Finanzkanäle ab, über die Russland bislang internationale Restriktionen umgangen hat. Erstmals betroffen ist eine Rubel-gestützte Stablecoin (A7A5), deren Emittenten in Kirgistan ansässig sind, sowie eine damit verbundene Handelsplattform. Zusätzlich wurde eine Kryptobörse in Paraguay gelistet. EU-Unternehmen ist es künftig untersagt, Krypto- und bestimmte Fin-Tech-Dienstleistungen für russische Akteure anzubieten. Darüber hinaus gelten Transaktionsverbote für fünf Banken aus Zentralasien, die als Unterstützer der russischen Kriegswirtschaft gelten. Damit weitet die EU den finanziellen Druck auf Drittländer aus, die Russland indirekt den Zugang zu internationalen Märkten ermöglichen.
Verschärfte US-Sanktionen
Parallel zu den europäischen Maßnahmen haben auch die USA neue Sanktionen gegen Russland verhängt. Präsident Donald Trump kündigte Strafmaßnahmen gegen die beiden größten russischen Ölkonzerne Rosneft und Lukoil an, die jede wirtschaftliche Interaktion mit diesen Unternehmen verbieten. Laut Trump sei nun „der richtige Zeitpunkt“ für diesen Schritt gewesen – auch vor dem Hintergrund des innenpolitischen Drucks aus dem US-Kongress, der seit Monaten härtere Maßnahmen gegen Russland fordert.
Mit gleichzeitigem Vorgehen der EU und der USA entsteht ein abgestimmtes transatlantisches Signal, das den Druck auf den russischen Energiesektor und seine internationalen Partner weiter erhöht.
Fazit
Mit der Einigung und dem Inkrafttreten des 19. Sanktionspakets sendet die EU ein deutliches Zeichen politischer Geschlossenheit. Das Sanktionspaket schließt weitere Lücken im bisherigen Maßnahmenkatalog, um Russlands wirtschaftliche Spielräume nachhaltig zu begrenzen.