Infografik Verteilung der E-Geld- und Zahlungsinstitute in der EU | ESC | PayTechLaw| ESC | PayTechLaw

Da ist Musik drin: Die Verteilung der E-Geld- und Zahlungsinstitute in der EU

Haben Sie Lust auf ein kleines Ratespiel? Gut! Die Frage lautet: Was haben der EU-Markt für Zahlungsdienstleister und der Eurovision Song Contest gemeinsam? Sie haben die Antwort nicht sofort parat? Kein Problem. Dafür gibt es ja uns. Und EUCLID, das kleine Helferlein in Sachen Verteilung der E-Geld- und Zahlungsinstitute in der EU.

Mathe für Fortgeschrittene oder: Das EBA-Register für E-Geld- und Zahlungsinstitute

Fangen wir mal ganz einfach an: Die PSD2 hat uns nicht nur viele neue Abkürzungen wie SCA, PIS oder AIS beschert, sondern auch EUCLID. Alle, die jetzt an den griechischen Mathematiker gedacht haben: Respekt vor Ihrer humanistischen Bildung. Allerdings geht es hier nicht um Mathe, sondern um das neue EBA-Register für die Verteilung der E-Geld- und Zahlungsinstitute in der EU. In EUCLID werden alle E-Geld- und Zahlungsinstitute im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) aufgelistet. Genau genommen fast alle…wir haben zumindest schon mal eines entdeckt, das fehlt (wir verraten es Ihnen – es ist die ReiseBank AG). Jedenfalls haben wir dieses Register der PSD2 zu verdanken. Und dieses Register hat die EBA eben EUCLID genannt.

Das allein wäre uns noch keinen Blogbeitrag wert gewesen. Viel spannender ist nämlich, was uns EUCLID alles verraten kann. Erstmals gibt uns dieses Register die Möglichkeit, einigermaßen komfortabel alle Unternehmen abzufragen, die im EWR eine Erlaubnis als E-Geld- oder Zahlungsinstitut bekommen haben. EUCLID enthält zwar noch ein paar weitere Informationen. Die haben wir für diesen Blogbeitrag aber einmal außer Betracht gelassen.

Die Verteilung der E-Geld- und Zahlungsinstitute in der EU: Erhebliche Unterschiede bei der Verteilung der Payment-Erlaubnisse

Wir haben uns einmal den Spaß gemacht und ausgewertet, wie viele E-Geld- und Zahlungsinstitute es in den einzelnen EU-Staaten gibt. Der Einfachheit halber haben wir diese beiden Werte aufaddiert, weil wir glauben, dass jedenfalls in vielen Fällen E-Geld-Institute hauptsächlich Zahlungsdienste erbringen. Und weil wir gelernt haben, dass Länder unterschiedlich groß sind und man daher nicht einfach die absoluten Werte vergleichen sollte, haben wir die von uns ermittelten Zahlen ins Verhältnis zur Einwohnerzahl des jeweiligen Landes gesetzt.

Herausgekommen ist eine Übersicht über die Anzahl der E-Geld- und Zahlungsinstitute pro 1 Mio. Einwohner.

Verteilung der E-Geld- und Zahlungsinstitute in der EU | PayTechLaw

Das Ergebnis finden wir spannend. E-Geld- und Zahlungsinstitute haben offenbar ein Faible für kleinere Länder und Inselstaaten wie Malta, Litauen, Luxemburg oder Zypern. So hat zum Beispiel Malta pro 1 Mio. Einwohner fast 100-mal so viele Payment-Erlaubnisse wie Deutschland. Auch Großbritannien kommt trotz des bevorstehenden Brexit sehr gut weg. Alles in allem stellt sich aber die Frage, ob der Binnenmarkt im Zahlungsverkehr schon erreicht wurde. Das kann man im Hinblick auf die von uns ermittelten Zahlen ernsthaft in Frage stellen.

Deutschland abgeschlagen in der Schlussgruppe

In Deutschland jedenfalls scheint eine Erlaubnis als E-Geld- oder Zahlungsinstitut nicht sonderlich beliebt zu sein. Nach den von uns aus EUCLID und eurostat ermittelten Zahlen belegt Deutschland in der EU nur Platz 25 und lässt lediglich Ungarn, Italien und Rumänien hinter sich. Die Aufmerksamen unter Ihnen werden nun auch ohne Weiteres in der Lage sein, meine einleitende Frage zu beantworten. Sie erinnern sich? Sie lautete „Was haben der EU-Markt für Zahlungsdienstleister und der Eurovision Song Contest gemeinsam?“ Richtig: Auch beim letzten Eurovision Song Contest hat Deutschland Platz 25 belegt. Und zwar mit der Band „S!sters“ und dem Titel „Sister“.

Und jetzt sagen Sie nicht, dass man auf PayTechLaw nichts lernen kann. 🙂

 

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